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Achtsam zwei Dinge auf einmal

Ich mag es, wenn zwei Dinge ineinander fliessen. Arbeit und Vergnügen, Bewegung und Entspannung, Genuss und Gesundheit. Na ja … Ihr habt sicher eine Vorstellung, was ich meine.

Nun sagt aber die große Achtsamkeitsmode, dass man nur eine Sache ganz bewusst machen soll und wirklich nur eine.  Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich schwierig in den Alltag einzubauen. Nicht weil mein Terminplan zu voll ist oder so (wenn ich mir aber vorstelle, dass zum Beispiel eine allein erziehende Mutter plötzlich nur noch ganz bewusst eine Sache nach der anderen macht … keine Chance), sondern weil ich ein flatterhafter Geist bin. Allerdings ist mir aufgefallen, dass ich mich viel besser konzentrieren kann, wenn ich gehe oder aufmerksam zuhören geht besser, wenn ich nebenbei etwas kritzele oder puzzle. Nichts das wirklich meine volle Aufmerksamkeit fordert natürlich, aber eben so Kleinzeug. Und es heißt ja auch immer, dass Körper und Geist eine Einheit bilden, also scheint es mir nur sinnvoll, wenn man jeweils eine Körper- und eine Geistesaufgabe zusammen schmeissen darf, ohne dass es Stress erzeugt. Anders ist es natürlich, mit zwei Geistesaufgaben. Gleichzeitig Rechnen und Reden, Zuhören und nebenbei schnell noch einen Bericht verfassen … logo, das kann ja nur Fehler geben.

Meine persönliche „Achtsamkeits“-Strategie ist daher eine Kein -halbes-Ohr-mehr-Strategie. Nur ein Kopfding auf einmal, aber wichtige Anrufe oder Arbeitsberatungen am liebsten in Bewegung. Gibt es deshalb nicht sogar diese Wandelgänge für Philosophen und so? Vielleicht werde ich mir sogar eines Tages so ein eigenartiges Head-Set fürs Telefon besorgen und meine Anrufzeiten mit der Badputzzeit koppeln. Da kann man, sollte man sich mal etwas ärgern, den Frust gleich sinnvoll abbauen. Diesen Beitrag habe ich übrigens von einem Fuß auf den anderen wechselnd geschrieben. Das ist mir lieber als  ein verspannter Rücken vom aufrecht Stillsitzen. Bei den zeitaufwändigeren Artikeln fürs Finanzfernsehen hätte ich gern so ne Art Laufband, aber hey …man kann eben nicht alles haben. Nun hat nicht jeder die Freiheiten, die mir geschenkt sind. Was ich eigentlich auch nur sagen wollte: Stresst Euch nicht, falls die superduper Eine-Sache-Achtsamkeit nicht so klappen will. Vielleicht ist das einfach nur nicht der Weg, der zu Euch passt. Besser ist es doch, darauf zu achten, was Euch wirklich gut tut und was für Euch als Stressbremse funktioniert. Man läuft ja auch nicht plötzlich nur noch rückwärts, weil das in Zeitschriften und so als der Hit in Sachen Entspannung verwurstet wird.