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Militanz ist nicht mein Tanz

Ich bin zu einer Kochsendung eingeladen. ICH! Das bringt mich einwenig zum Kichern. Meine Kochkünste sind sehr, sehr, sehr gering, aber hey, auf den Versuch kommt es an, habe ich mir gedacht und die Sendung ist so klein, was kann da schon passieren. Irgendwer die Tomaten vielleicht. Hihi. Andererseits loben Mann und Sohn meine Buttermilcheierkuchen und ich mache mir ab und an etwas Gemüsiges zum Mittag. In der – Achtung, LEBENSMITTELfreunde! – in der Mikrowelle. Geht echt easy und schmeckt. Auch wenn das dem Ein oder Anderen nicht schmeckt. Ich mag es lieber einfach. Ein paar Tomaten würfeln, ein winziges Stückchen Butter, mit Pfeffer und Kräutern würzen und 1-2 min. warm machen. Geht auch mit Pilzen, Zucchini, Bohnen, Auberginen und und und … Und an ganz verrückten Tagen wird einfach alles bunt durcheinander gemischt. Aber um auf die Kochsendung zurück zu kommen, mir wurde sofort beteuert, dass das Esssen vegetarisch oder sogar vegan sein wird. Scheint so eine Verknüpfung zu sein. Yoga und Vegetarisch. Yoga und Öko. Ist das jetzt Klischee oder Erfahrung? Na gut, denke ich mir. Dann spielen wir das Spiel mal mit. Vegetarisch ist fein, schrieb ich den Leuten und machte gleich einen passenden Rezeptvorschlag. Mal einen Tag vegetarisch essen schadet uns allen sicher nicht. Aber ich esse auch ganz gern mal Fleisch. Grillwurst oder ein wundervolles rosa Steak. Auch wenn ich zugeben muss, dass sich mein Fleischkonsum in den letzten Jahren enorm verringert hat. Weniger wegen der armen Tiere als wegen der sinkenden Fleischqualität. Das geht einfach nicht mehr. Und dann ist ja auch alles ein wenig Gewöhnung. Einfach mal kein Fleisch und keine Wurst. Und bitte auch nicht diesen Sojaseitanquatsch. Das ist irgendwie nicht miff, nicht maff. Entweder Wurst oder eben keine. Besonders am Abend ist das aber bei uns so eine Sache. Da guckt der Mann etwas länger als üblich in den Kühlschrank und jammert: es ist ja gar nichts da. Und ich, ganz freundliches Eheweib, antworte: Doch. Schau mal, Gurke und Tomate und Pilze. Kann man auch super gut in Scheiben schneiden und aufs Brot legen. Genau wie Salami.  Hm!, macht der Mann und findet es weniger schlimm als gedacht. Nach der dritten Rote-Zwiebel-Stulle jedenfalls. Was soll er auch machen, wenn es eben nix anderes gibt. Und weil mein Göttergatte so brav die Tage aushält, an denen ich den Einkauf erledige, darf er an seinen Einkaufstagen Drecksbocker oder Ekelboulette einkaufen. Dennoch bin ich darauf bedacht, dass ich etwas öfter einkaufe als der Mann und langsam meinen Einfluss steigere. Ja, ja. Milde Dominanz statt Militanz, und der Haussegen ist gerettet. Heute habe ich übrigens Radieschen gekauft. Die lassen sich ebenfalls prima in Scheibchen schneiden, wenn sie nicht schon vorher einfach so weg geknabbert werden. Ist natürlich auch erlaubt. 😉

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